Das private Bau- und Architektenrecht umfasst die Rechtsverhältnisse zwischen Bauherren, Planern, Bauunternehmen und anderen Baubeteiligten, wobei der Anwalt sowohl bei der Vertragsgestaltung als auch im Rahmen baubegleitender Rechtsberatung oder vor Gericht in Erscheinung treten kann. Im Vordergrund stehen Vergütungs-/ Honorarfragen, Bau- und Planungsmängel sowie Haftungsfragen.

Besonderheiten bei den Kosten:

Wir betreuen vorwiegend kleine und mittelständische Mandanten aus dem Bauherren- und Handwerkerbereich. Bei der Abrechnung nach den gesetzlichen Gebühren sind vor allem kleinere Mandate alles andere als übermäßig teuer – eher kann es schon zu einem Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag für den Anwalt kommen, was vor allem mit der Struktur von Fällen aus dem Bau- und Architektenrecht zusammenhängt (vgl. nachfolgend unter „Unsere Arbeits-Philosophie“).

Gerade im Baubereich gibt es vielfältige Bestrebungen, die häufig langwierigen und in vielerlei Hinsicht wenig befriedigenden Prozesse vor staatlichen Gerichten zu vermeiden und stattdessen Schlichtung zu betreiben. Bei großen Bauprojekten, vor allem im internationalen Bereich, wird auf die FIDIC („Fédération Internationale des Ingénieurs Conseils“) Vertragswerke zurückgegriffen, die ein gestaffeltes Streitbeilegungsmodell ohne staatliche Gerichte mit Entscheidung des Dispute Adjudication Boards und nachfolgend möglicher Anrufung des Schiedsgerichts vorsehen. Im deutschen Recht ist das schiedsrichterliche Verfahren in §§ 1025 – 1066 ZPO geregelt. Es fehlt jedoch eine vorläufige Entscheidungsinstanz wie das Dispute Adjudication Board, das infolge regelmäßiger Baustellenbesichtigungen während des gesamten Vorhabens aktiv involviert ist und eine pragmatische Lösung von Meinungsverschiedenheiten der Parteien anstrebt. Die Parteien haben allerdings die Möglichkeit, vertraglich einen Schiedsgutachter zur Bestimmung einer Leistung einzusetzen (§§ 317 ff. BGB) und auf diese Weise relevante Fragen durch Einholung eines Schiedsgutachtens zu klären.

Unsere Arbeits-Philosophie:

Fälle aus dem Bau- und Architektenrecht sind häufig recht umfangreich: Schon das Studium der Unterlagen, die die Mandantschaft zu Beginn zur Verfügung stellt, nimmt vielfach eine verhältnismäßig lange Zeit in Anspruch; auch im Weiteren ist in der Regel ein großes Aktenvolumen durchzuarbeiten. Wichtig ist die Sachverhaltsaufklärung im Anschluss an die Sichtung der ersten Unterlagen, die zunächst einmal durch detaillierte Besprechungen erfolgen kann. Daneben sind hierzu ggf. Baustellenbesuche, Ortstermine oder andere Zusammenkünfte mit Baubeteiligten erforderlich.

Die Fälle sind üblicherweise dadurch gekennzeichnet, dass die Parteien über eine Vielzahl von Punkten streiten, etwa über eine Reihe von Baumängeln oder abzurechnenden Positionen – man spricht daher auch von sog. „Punktesachen“. Zu jedem dieser Punkte muss gesondert Stellung genommen werden. Es ist daher wichtig, sorgfältig und im Detail zu arbeiten. Rechtsfragen stehen demgegenüber eher selten im Vordergrund, auch wenn natürlich immer wieder Rechtsprobleme auftauchen, die umstritten sind und die daher von allen Seiten beleuchtet werden müssen, um einen relativ sicheren Rat zum weiteren Vorgehen geben zu können. In erster Linie kommt es aber nicht selten auf vollständige Unterlagen und detaillierte Aktenkenntnis an.

Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die korrekte Darstellung der bautechnischen Sachverhalte. Um hier die erforderlichen Grundlagen mitzubringen, nutzen wir Seminar- und Fortbildungsveranstaltungen zu technischen Fragen, die zunehmend angeboten werden.

Daneben halten wir uns anhand von Fachzeitschriften sowohl über aktuell diskutierte Fragen im bautechnischen Bereich als auch über die Entwicklungen in Rechtsprechung und juristischer Literatur auf dem Laufenden.

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